Ist Zucker für das Wachstum von Brustkrebs verantwortlich?

Wer sich gesundheitsbewusst ernährt, der wirft regelmäßig einen Blick in die Zeitung, um zu erfahren, welche Lebensmittel nach dem neuesten Stand der Wissenschaft gesund oder ungesund sein sollen. Zwar befinden sich diese beiden Listen stets im Wechsel, weshalb man manche Entwicklungen mit einem zwinkernden Auge zur Kenntnis nehmen sollte, allerdings werden die meisten Leute dennoch hellhörig, wenn das Wort „krebserregend“ fällt. Krebs ist in den Industrienationen, darunter fällt auch Deutschland, eine der häufigsten Todesursachen und die große Angst vieler Menschen.

Wissenschaftler, die im University of Texas MD Anderson Cancer Center forschen, haben vor Kurzem eine neue Substanz ausgemacht, die vermutlich krebserregend ist. Das Problem ist in diesem Fall allerdings, dass die Substanz bei uns in so gut wie jedem Lebensmittel vorkommt. Die Rede ist von Zucker. Veröffentlicht wurden diese Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift Cancer Research.

Zucker erhöht Risiko für Brustkrebs und Lungenmetastasen

Die Studie wurde anhand des Modellorganismus Maus durchgeführt. Eine Gruppe von Mäusen erhielt dabei normale Mahlzeiten, wohingegen eine andere Gruppe fast ausschließlich mit Zucker genährt wurde. Das Ergebnis: Die Mäuse, die viel Zucker bekommen haben, hatten ein signifikant erhöhtes Risiko für Brustkrebs und Lungenmetastasen.

Laut den Forschern aus Texas ist die Fructose der große Förderer der Krebsbildung. Sie sind sich sicher, dass Fruchtzucker dazu führt, dass sich Krebs deutlich schneller entwickeln kann – selbiges gilt für die Ausbildung von Metastasen – vor allem in der Lunge.

Ein erster Lösungsansatz: Deutlich weniger Zucker konsumieren

Die US-amerikanische Studie hat gezeigt, dass man Haushaltszucker – wenn möglich – meiden sollte. Die Wissenschaftler betonen, dass sich Zucker nicht einfach so aus den Haushalten auf der gesamten Welt entfernen lässt. Sie vergleichen die nötige Entwicklung in den Köpfen der Menschen mit dem Verbreiten der Gefahren von Zigarettenkonsum. Bei Zigaretten hat es auch viele Jahrzehnte gedauert, bis die Message in den Köpfen der Menschen angekommen ist. Die Bevölkerung muss langsam und kontinuierlich aufgeklärt werden, sodass der Zucker nach und nach aus unserer Gesellschaft verschwindet. So ließe sich vermutlich auch das Krebsrisiko senken.

Immer mehr Menschen werden in Zukunft an Krebs erkranken

Aktuell erkranken laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich rund 14 Millionen Menschen weltweit an Krebs. Die WHO schätzt, dass diese Zahl in den nächsten 20 Jahren auf rund 22 Millionen Diagnosen pro Jahr ansteigen wird.

Der Grund hierfür ist der, dass Krebs eine Wohlstandskrankheit darstellt, die normalerweise erst im hohen Alter auftritt. Das Immunsystem kann sich in diesem Alter nicht mehr effektiv gegen wuchernde Zellen wehren, weshalb im hohen Alter die Wahrscheinlichkeit steigt, an Krebs zu erkranken. Da immer mehr Menschen immer älter werden, ist es also auch kein Wunder, dass es immer mehr Fälle von Krebs gibt.

Ein weiteres Problem sind die fehlenden Behandlungsmöglichkeiten. Zwar gibt es mittlerweile verschiedenste Methoden, um einen Tumor zu bekämpfen, allerdings wird es problematisch, wenn der Krebs erst einmal streut und sich Metastasen in verschiedenen Körperregionen bilden. Diese komplett zu entfernen ist das größte Problem bei der Behandlung von Krebs. Nicht wenige Menschen, in denen der Krebs gestreut hat, geben den Kampf schließlich auf und genießen nur noch die restliche Zeit, die ihnen auf der Erde verbleibt.

Das Ziel der Forschung sollte deshalb sein, den Auslöser für die Bildung von Metastasen herauszufinden. Wenn dieser Auslöser erst einmal gefunden wurde, könnte man an neuen Lösungsansätzen arbeiten, sodass Tumore in Zukunft nicht mehr oder mit einer deutlich geringeren Wahrscheinlichkeit streuen.

Alternative: Krebsimmuntherapie als Lösung?

Wie wir bereits erwähnt haben, kann die Behandlung eines Tumors – und vor allem der Metastasen – problematisch werden. Manche Experten sehen deshalb die Lösung in der Krebsimmuntherapie. Hierbei geht es darum, dem Körper dabei zu helfen, sich entwickelnde Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Dieser Ansatz erscheint am logischsten: Wenn sich erst gar kein Krebs entwickelt, muss man sich auch nicht mit Tumoren und Metastasen herumschlagen.

Ansätze sind schön und gut – sie müssen jedoch auch in die Tat umgesetzt werden. Vermutlich dauert es noch einige Jahrzehnte, bis Krebs effektiv behandelt oder seine Entwicklung komplett gestoppt werden kann. Wir dürfen gespannt sein, welche Erkenntnisse die Forscher in Zukunft noch erlangen werden, und welche zusätzlichen Behandlungsmöglichkeiten daraus hervorgehen.

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