Sind wissenschaftliche Ergebnisse oft einfach nur Humbug?

Auf unserem Blog berichten wir immer wieder über wissenschaftliche Studien, die beispielsweise die Wirkung von Medikamenten bestätigen sollen. Solche Studien bieten die Grundlage für eine vernünftige, journalistische Berichterstattung im Bezug auf das Thema Medizin und Gesundheit – schließlich ergeben diese Studien bewiesene Fakten, wenn sie ordentlich durchgeführt wurden.

Nun wurden 100 Studien aus dem Bereich der Psychologie zu Testzwecken wiederholt, um zu prüfen, ob die Ergebnisse überhaupt reproduzierbar und somit haltbar sind – mit erschreckenden Ergebnissen. 

Über die Studie

Die Studie wurde an der University of Virginia unter der Aufsicht des Psychologen Brian Nosek durchgeführt, wobei die Reproduktion der untersuchten Studien weltweit durchgeführt wurde, um das Volumen der Untersuchungen überhaupt stemmen zu können. Dabei konzentrierte man sich nicht nur auf unbekannte Studien, sondern auch auf drei wichtige Veröffentlichungen, die in renommierten Fachzeitschriften abgedruckt wurden.

Das Ergebnis: Die meisten psychologischen Studien ließen sich nicht mit denselben Ergebnissen reproduzieren, obwohl man sich exakt an den Teil für Material und Methoden gehalten hat. Für die Psychologie ist diese Erkenntnis eine Katastrophe und lässt auf schlechte, wissenschaftliche Arbeit schließen.

Wieso können Studien nicht mit denselben Ergebnissen reproduziert werden?

Von Wissenschaftlern werden spektakuläre Ergebnisse erwartet – sonst lohnt sich die Veröffentlichung der Studie nicht, da sie niemanden interessiert. Forscher versuchen deshalb oftmals, die Ergebnisse in eine bestimmte Richtung zu lenken oder sie im Nachhinein statistisch so zu bearbeiten, dass sie passen und interessant wirken. Der Knackpunkt ist hierbei die sogenannte Signifikanz der Ergebnisse.

Insbesondere in der Medizin werden Studien über die Wirkweise von Medikamenten oft von der Pharmaindustrie subventioniert. Diese freuen sich natürlich, wenn ihr Medikament mit sehr guten Ergebnissen getestet wird. Mehr möchten wir an dieser Stelle nicht zu diesem Thema sagen, wobei man hier eins und eins zusammenrechnen kann.

Wie sieht eine perfekte Studie aus?

Wenn man eine Studie wiederholen möchte, dann ist der Teil, der „Material und Methoden“ beschreibt, der wichtigste Bereich. Im Idealfall wird das Vorgehen während der Studie so exakt wie möglich beschrieben. Wenn beispielsweise Geräte verwendet wurden, dann sollten diese bis auf die Modellnummer genau erwähnt werden.

Ohne einen transparenten Methoden-Teil ist keine Studie vernünftig reproduzierbar. Vor der Veröffentlichung sollten die Prüfer deshalb speziell darauf achten, dass dieser Teil ausführlich mit Inhalten gefüllt wurde. Leider gibt es dennoch immer wieder Studien, bei deren Reproduktion Fragen aufkommen, da Material und Methoden nicht ausreichend erklärt wurden.

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