Schwangerschaftsdemenz – Alle wichtigen Informationen

Schwangere Frauen sind vergesslich – das ist nicht nur eine vage Vermutung, sondern ein mittlerweile von Studien belegter Fakt. Das Phänomen wird umgangssprachlich auch als Schwangerschaftsdemenz bezeichnet. Gehirnzellen werden dabei allerdings glücklicherweise nicht abgebaut, wie es bei einer richtigen Demenz der Fall ist. Vielmehr handelt es sich um eine Verschiebung der Prioritäten. Alles fokussiert sich nur noch auf die kommende Geburt – zum Wohl des Kindes.

Termine beim Zahnarzt oder die Arbeit rücken deutlich weiter in den Hintergrund, obwohl es sich hierbei nicht gerade um unwichtige Termine handelt. Außerdem verlegen Schwangere unheimlich gerne Gegenstände. So können schwangere Frauen häufig zehn Minuten am Tag einplanen, um die Autoschlüssel wiederzufinden.

Schwangerschaftsdemenz betrifft so gut wie alle Frauen. Von der unorganisierten Dumpfbacke bis hin zur perfekt organisierten Business-Lady.

Doch woher kommt die Schwangerschaftsdemenz überhaupt? Sind einzig und alleine die Hormone Schuld? Was kann man gegen dieses Phänomen unternehmen? Und woher kommt der Begriff Schwangerschaftsdemenz eigentlich? All diese Informationen finden Sie im folgenden Artikel. 

Vergangene Studien über Schwangerschaftsdemenz

In den vergangenen Jahrzehnten gab es zahlreiche Studien zum Thema Schwangerschaftsdemenz. Eine Studie aus dem Jahre 1993, die an der Universität Bristol durchgeführt wurde, hat beispielsweise gezeigt, dass sich schwangere Frauen im Vergleich zu ihren nicht-schwangeren Pendants schlechter an zuvor auswendig gelernte Wörter erinnern konnten.

Die Schwangerschaftsdemenz hat ihren Höhepunkt in den letzten Wochen vor und in den ersten Wochen nach der Geburt. In diesem Zeitraum vergessen schwangere Frauen nicht nur wichtige Termine, sondern teils auch völlig banale Rituale, wie beispielsweise das Abschließen der Haustür beim Verlassen der Wohnung oder die Einnahme von Medikamenten.

Woher kommt die Vergesslichkeit?

Experten vermuten, dass Frauen vor und nach der Geburt einen Tunnelblick bekommen, sodass sie sich nur noch auf das Kind konzentrieren. Das macht auch biologisch Sinn, da dieses Verhalten die Überlebensfähigkeit des Kindes garantiert. Aufgaben des Alltags, die zuvor enorm wichtig waren, verschwimmen nun im Hintergrund und werden als unwichtig angesehen.

Schuld daran sind unter anderem die Hormone. Während einer Schwangerschaft werden vermehrt Stresshormone ausgeschüttet, die durch das alltägliche Leben noch weiter gefördert werden (Stress im Beruf, Stress mit dem Partner usw.) und kombiniert im totalen Stress ausufern. Außerdem schütten schwangere Frauen vermehrt das Kuschelhormon Oxytocin aus, welches sich ebenfalls negativ auf das Erinnerungsvermögen auswirken kann. Das haben Experimente mit Männern gezeigt, die Worte auswendig lernen sollten und vorher Oxytocin verabreicht bekommen haben. Die Männer, die vorher Oxytocin bekamen, schnitten deutlich schlechter ab als diejenigen Männer, die kein Oxytocin bekamen.

Nicht zuletzt möchten wir den Schlafmangel bei Schwangeren nicht verschweigen. Die kommende Geburt und Sorgen um das Kind lassen Schwangere zu wahren Nervenbündeln werden. Kurz vor der Geburt gibt es meist kaum eine Nacht, in der eine schwangere Frau wirklich durchschlafen kann. Ein solcher Schlafmangel kann ebenfalls zu Vergesslichkeit und zu Abgeschlagenheit beitragen.

Schwangerschaftsdemenz ist ein falscher Begriff

Wie sollte es auch anders sein, stammt der Begriff Schwangerschaftsdemenz aus den Weiten des Internets. Wir müssen dabei zugeben, dass die Ausdrucksweise intelligent und irgendwie auch lustig ist – schließlich kommt dabei niemand wirklich zu schaden. Dennoch distanzieren sich Experten deutlich von dem Begriff, da es sich bei einer Demenz eigentlich um den Abbau von zuvor funktionierenden Gehirnzellen handelt.

Des Weiteren ist eine Demenz irreparabel. Gehirnzellen, die einmal abgebaut wurden, kommen nicht einfach wieder. Bei der Schwangerschaftsdemenz hingegen verschwinden die Symptome spätestens dann wieder, wenn die Stillzeit vorüber ist.

Gibt es eine Lösung für das Problem?

Unserer Meinung nach muss man einfach akzeptieren, dass der Zeitraum um die Geburt herum eine extrem stressige Sondersituation darstellt, die sich nicht so einfach ändern lässt. Eine große Stütze kann jedoch der Mann oder der Freund der Schwangeren sein. Er muss versuchen, die Aufgaben des Alltags für seine Geliebte zu übernehmen und sie zu unterstützen, wo er nur kann. So lässt sich der Schaden durch die Vergesslichkeit begrenzen und es sollte zu keinen großen Unglücken kommen.

Hinweis: Dieser Artikel basiert zu großen Teilen auf einem Beitrag von Spiegel.de.

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