Endlich Gewissheit: Bauchfett ist schädlicher als andere Fettarten

Endlich Gewissheit: Bauchfett ist schädlicher als andere Fettarten

Viele Studien aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass Bauchfett im Vergleich zu Fett, das sich an anderen Körperteilen anlagert, deutlich gesundheitsgefährdender ist. Das Problem dabei: All diese Studien waren eher Fischen im Trüben, da die Korrelation zwischen Bauchfett und gesundheitlichen Defiziten nicht einwandfrei nachgewiesen werden konnte.

Eine Studie, die an der Harvard Medical School in Boston durchgeführt wurde, hat nun allerdings gezeigt, dass Bauchfett tatsächlich das Risiko für Diabetes und Herzerkrankungen erhöhen kann. Die Hypothese, die jahrelang offen im Raum stand, konnte also endlich bestätigt werden. Wie die Studie durchgeführt wurde und wieso die meisten anderen Studien zu diesem Thema zu oberflächlich waren, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Bisherige Studien waren zu oberflächlich

Bereits seit vielen Jahrzehnten werden Menschen vermessen, um herauszufinden, ob bestimmte körperliche Gegebenheiten zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselkrankheiten führen können. Eine Studie aus dem Jahre 2005 hat beispielsweise untersucht, inwieweit das Taillen-Hüfte-Verhältnis im Zusammenhang mit Herzattacken steht. Das Ergebnis: Von rund 27.000 Versuchsteilnehmern, die vermehrt unter Fettanlagerungen am Bauch litten, erlitten bereits mehr als die Hälfte mindestens einmal einen Herzinfarkt.

Daraus kann jedoch nur eines geschlussfolgert werden: Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten, hatten häufig einen dicken Bauch. Man kann nicht sagen, ob der dicke Bauch zum Herzinfarkt geführt hat, oder der Herzinfarkt zum dicken Bauch. Vielleicht hat eine Herz-Kreislauf-Erkrankung dazu geführt, dass einem ehemals sportlichen Patienten die Bewegung auf einmal schwerfiel, und dieser seine sportliche Karriere daraufhin beendet hat. Im Laufe der Zeit kam es durch die mangelnde Bewegung dann zum dicken Bauch.

Hierbei spricht man von einer scheinbaren Korrelation. Es kann genauso gut sein, dass Drittfaktoren dazu geführt haben, dass der Patient sowohl ein krankes Herz, als auch einen dicken Bauch bekam. Faktoren wie Alter und Geschlecht wurden bei vergangenen Studien zwar bereits herausgerechnet, zuverlässige Aussagen konnte man anhand der Ergebnisse dennoch nicht treffen.

Ein populäres Beispiel für scheinbare Korrelation ist das tägliche Glas Wein, das sich angeblich positiv auf die Gesundheit auswirken soll. Dies ist jedoch nicht so. Stattdessen fand man heraus, dass kranke Menschen eher auf den schädlichen Alkohol verzichten und dennoch aufgrund ihrer Erkrankung früher sterben. Mit dem Alkohol hat die Lebensspanne also wenig zu tun.

Über die aktuelle Studie

In der aktuellen Studie der Harvard Medical School in Boston wurde nicht nur das Taillen-Hüfte-Verhältnis der über 400.000 Versuchsteilnehmer ausgewertet, sondern auch 48 spezifische Teile des genetischen Codes. Diese Codeschnipsel haben Einfluss auf den Stoffwechsel und führen dazu, dass sich Fett vermehrt am Bauch anlagert. Menschen, die über diese genetische Besonderheit verfügen, haben im Durchschnitt 1,5 Prozent mehr Bauchfett. Sowohl das Taillen-Hüfte-Verhältnis als auch die genetischen Besonderheiten wurden am Ende mit dem gesundheitlichen Zustand des jeweiligen Versuchsteilnehmers verglichen und ausgewertet.

Die genetischen Codes, die hier betrachtet wurden, haben einen großen Vorteil: Sie treten willkürlich auf. Das heißt, dass sowohl sehr sportliche, als auch sehr unsportliche Menschen darüber verfügen können. Gleiches gilt für Menschen mit einem sehr ungesunden und einem sehr gesunden Lebensstil. Diese Gegebenheit macht die Studie deutlich aussagekräftiger. Ein großes Taillen-Hüfte-Verhältnis korreliert hingegen meist mit wenig Bewegung und einer schlechten Ernährung.

Das Ergebnis: Mehr Bauchfett führt häufiger zu Typ-2-Diabetes und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Forscher erklären diese Tatsache damit, dass mehr Bauchfett zu einem erhöhten Blutfettspiegel führe. Dieser führe wiederum häufiger zu verkalkten Blutgefäßen.

Obwohl die Datengrundlage dieser Studie sehr robust und die Auswertung äußerst professionell erfolgte, kann man natürlich noch immer keine 100-prozentig sicheren Aussagen über den Zusammenhang zwischen Bauchfett und gesundheitlichem Zustand tätigen. In Kombination mit bisherigen Studien, deren Ergebnisse sich allesamt decken, kann man jedoch davon ausgehen, dass die Ergebnisse und die Schlüsse valide sind.

Jedoch: Es kann natürlich auch sein, dass die Gene, die für mehr Bauchfett sorgen, gleichzeitig das Risiko für Diabetes und Herzerkrankungen erhöhen. An dieser Stelle sind weitere Studien vonnöten, um dies ausschließen zu können.

Fazit: Bauchfett ist schlecht

Bauchfett ist schlecht für unsere Gesundheit – das kann man aktuell mit Sicherheit sagen. Die Konsequenz, die man daraus ziehen sollte: Aktiv gegen Bauchfett vorgehen! Man sollte mehr Sport treiben, sich gesünder und ausgewogener ernähren und auch ansonsten mehr für seine Gesundheit tun.

Wer diesen Rat befolgt, kann Stoffwechselerkrankungen und Herzkrankheiten effektiv vorbeugen. Des Weiteren sollte man den Body-Mass-Index zukünftig ignorieren und sich eher auf das Taillen-Hüfte-Verhältnis konzentrieren, um Aussagen über die Gesundheit eines Patienten zu treffen.

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