Fastenzeit: Was ist Fasten, was ist Fasten nicht?

Morgen ist es wieder soweit: Der Aschermittwoch läutet für Christen die Fastenzeit ein, die 40 Tage andauert und an Ostern endet. Viele Menschen entsagen in dieser Zeit den meisten kleineren Sünden des Alltags – seien es Alkohol, Süßigkeiten, Fleisch, salzige Knabbereien oder auch das Smartphone.

In unseren Breitengraden handelt man allerdings meist nicht aus christlichen Motiven, sondern entscheidet selbst, worauf man in diesen 40 Tagen verzichten möchte. Suchtmittel sind schließlich individuell und können nicht pauschalisiert werden. Die Religion rückt dabei für viele Menschen in den Hintergrund.

Moslems haben es da schon einfacher: Sie müssen lediglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf die Einnahme von Lebensmitteln verzichten. In der Nacht können sie die verpassten Mahlzeiten nachholen.

Doch entfernen wir uns wieder vom Ramadan und atheistischen Auslegungen der Fastenzeit und stellen uns die Frage, wie gesund das klassische Fasten überhaupt ist. Worauf sollte man dabei achten? Benötigt man bei der Durchführung einen Arzt? Wieso eignet sich die Fastenzeit nicht zum Abnehmen? 

Fastenzeit wird oft falsch verstanden

Machen wir uns nichts vor: Die meisten Menschen fasten nur, um bis zum Frühling einige überschüssige Kilos zu verlieren. Sie verwechseln die christliche Fastenzeit dabei mit einer Blitzdiät aus einer Frauenzeitschrift.

Dabei geht es gar nicht um den Verlust von Körperfett: In der Fastenzeit verzichtet man auf materielle Dinge, um sich selbst zu finden und in sich hineinzuhorchen. Körper, Geist und Seele sollen sich selbst finden. Das geschieht, indem ihnen eine Auszeit von irdischen Genüssen gegönnt wird.

Was bedeutet Fasten?

Es gibt zwar verschiedene Formen des Fastens, grundsätzlich geht es allerdings immer darum, keine feste Nahrung zu sich zu nehmen und dem Körper Energie höchstens in Form von Getränken zuzuführen. Damit der Körper auf Dauer noch funktionieren kann, sind meist 250 bis 400 Kalorien pro Tag erlaubt – in flüssiger Form.

Besonders schwer fallen den meisten Menschen die ersten drei Tage der Fastenzeit. In dieser Zeit sucht der Körper noch nach Nahrung, weshalb die Gedanken oft nur ums Essen kreisen. Man fühlt sich schlapp, müde, friert, bekommt Kopfschmerzen und leidet unter Schwindel. Diese Nebenwirkungen verschwinden allerdings meist nach ungefähr drei Tagen.

Danach hat sich der Körper an das Fasten gewöhnt. Man fühlt das Leben nun intensiver und strotzt nur so vor Energie. Man ist glücklich.

Man sollte während der Fastenzeit übrigens für genügend Bewegung sorgen, da sich der Körper sonst an der Muskelmasse bedient und die Energie, die dem Körper nicht zugeführt wird, daraus bezieht. Ein moderates Kraft-Ausdauer-Training wirkt hier Wunder. Fett wird ansonsten zwar ebenfalls zur Energiegewinnung verwendet, allerdings nur zu einem gewissen Anteil. Wer gleichzeitig Sport treibt, der verbrennt mehr Fett während der Fastenzeit.

Des Weiteren sollte man während der Fastenzeit darauf achten, mehr zu trinken als sonst. Im Idealfall sollte man pro Tag zwei bis zweieinhalb Liter Wasser oder ungesüßte Tees zu sich nehmen. Der Grund: Wir nehmen Flüssigkeit nicht nur über Getränke zu uns, sondern auch über die Nahrung. Da dem Körper allerdings keine festen Lebensmittel zugeführt werden, entfällt ein gewisser Anteil an Flüssigkeit.

Fastenzeit richtig beenden

Wenn die Zeit des Fastens vorbei ist, sollte man nicht gleich zu einer extrem fettigen Mahlzeit greifen, sondern den Körper erst langsam wieder ans Essen gewöhnen. Ansonsten kann es zu einer Überforderung des Verdauungstraktes kommen, die sich in Form von Bauchkrämpfen äußert.

Über Fasten informieren und die richtige Methode wählen

Es gibt zahlreiche Formen des Fastens, die sich allesamt voneinander unterscheiden. Wer in der Fastenzeit aktiv werden möchte, der sollte sich deshalb im Vorfeld über die verschiedenen Arten des Fastens informieren und sich entsprechend vorbereiten.

Alleine fasten oder mit Hilfe eines Arztes?

Wenn man kerngesund ist, kann man problemlos über einen Zeitraum von einer Woche hinweg fasten. Das gilt natürlich nur dann, wenn es zu keinen gesundheitlichen Problemen während des Fastens kommt.

Wenn man unter gesundheitlichen Problemen leidet, sollte man niemals auf eigene Faust fasten. Gemeint sind damit Menschen mit chronischen Erkrankungen oder solche, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen. In solchen Fällen sollte der Rat des Hausarztes angefordert werden. Wenn man fastet, sollte dieser das Fasten überwachen.

Fazit: Fasten ist gut für die Seele

Fasten kann durchaus Sinn machen, da man sich seiner selbst bewusst wird und Lebensmittel wieder zu schätzen lernt. Die Fastenzeit eignet sich jedoch nicht zum Abnehmen. Hierfür empfehlen wir stattdessen eine sinnvolle Ernährungsumstellung und keine Blitzdiät.

Zwar nimmt man während der Fastenzeit tatsächlich ab, da es allerdings zu keiner Ernährungsumstellung kommt, tritt der Jojo-Effekt auf.

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