Aktuelle Diskussion: Wie alt kann ein Mensch maximal werden?

Aktuelle Diskussion: Wie alt kann ein Mensch maximal werden?

In Forscherkreisen herrscht aktuell eine hitzige Diskussion: Kann das Mensch älter als 125 Jahre werden? Wird sich die maximale Lebensspanne weiterhin vergrößern oder stagniert sie fortan? Oder sinkt sie durch Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und Übergewicht vielleicht sogar?

Wenn man alte Menschen fragt, warum sie so alt geworden sind, erhält man teils sehr unterschiedliche Antworten. Die Italienerin Emma Morano schwört mit ihren 116 Jahren beispielsweise auf zwei rohe Eier täglich. Die Französin Jeanne Calment, die im Jahr 1997 die weltweit älteste Person war, schwor hingegen auf viel Portwein, wenig Sex, viel Schlaf und viel Knoblauch.

Letztendlich kann man nicht genau sagen, wieso manche Menschen besonders alt werden und andere hingegen bereits in sehr jungen Jahren versterben. Die Diskussion um dieses interessante Thema möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten – mit sämtlichen Pro- und Contra-Argumenten.

Contra-Fraktion: „Der Mensch hat seine maximale Lebensspanne bereits erreicht!

Ein Forscherteam vom Albert Einstein College of Medicine in New York ist sich sicher, dass der Mensch nicht deutlich älter als 115 Jahre werden kann. Ausnahmen bestätigen hierbei natürlich die Regel. Ihre Studie zu diesem Thema kann sich sehen lassen, schließlich wurde sie in der renommierten Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.

Bisher war es so, dass sich die Lebenserwartung des Menschen immer weiter gesteigert hat. Während man in der Steinzeit froh sein konnte, wenn man 25 Jahre alt wurde, war das maximale Alter im Mittelalter bereits etwas höher angesiedelt. Vor rund 100 Jahren war mit 65 Jahren Schluss. Heutzutage soll maximal bei 125 Jahren Schluss sein.

Besonders interessant ist dabei natürlich die Tatsache, dass Ärzte und Mediziner über den ungesunden Lebensstil der aktuellen Bevölkerung meckern. Dieser führe zu Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und Fettleibigkeit. Krebs ist dabei die Krankheit, die im hohen Alter früher oder später fast zwangsläufig auftreten muss. Während krankhaft wuchernde Zellen normalerweise vom Immunsystem abgetötet werden, schwächelt dieses im Alter für gewöhnlich – es kommt zu Krebs.

Das New Yorker Forscherteam ist sich sicher, dass die maximale Lebensspanne des Menschen in den 90er Jahren erreicht wurde. Als Basis diente hierbei die Human Mortality Database aus über 40 Ländern. Diese gibt an, in welchen Regionen der Erde die Menschen in welchem Alter sterben.

Das Ergebnis: Die Zahl der Menschen, die das 110. Lebensjahr erreicht haben, stieg bis in die 90er Jahre immer weiter an. Von da an stagnierte die Zahl jedoch, sodass seitdem kein weiterer Anstieg verzeichnet werden konnte. Diese Daten dienen der Studie der New Yorker als Grundlage für ihre Aussage.

Pro-Fraktion: „Das maximale Alter wurde noch nicht erreicht!

Andere Wissenschaftler halten dagegen: Linda Partridge, die Direktorin des Max-Planck-Instituts für die Biologie des Alterns in Köln widersprecht den Kollegen aus New York. Sie ist der Meinung, dass es keine maximale Grenze geben kann, da es keinen festen Mechanismus im Körper gebe, der zwangsläufig zum Tod mit 125 Jahren führt.

Des Weiteren sei eine Vorhersage über die Entwicklung der maximalen Lebensspanne des Menschen nicht möglich. Schließlich behauptete man vor 100 Jahren ebenfalls, dass mit maximal 65 Jahren Schluss sei. Wie man heute weiß, ist dem nicht so. Vielleicht schmunzelt der durchschnittliche Mensch in rund 100 Jahren über die heutigen Ansichten.

Partridge wirft allerdings auch einen Blick auf die andere Seite der Medaille: Aufgrund des immer ungesünderen Lebensstils kann es natürlich auch passieren, dass die maximale Lebenserwartung wieder sinkt. Besonders gefährdende Faktoren sind dabei Diabetes und Fettleibigkeit – ein Problem, das sich insbesondere in den letzten Jahrzehnten in unserer Gesellschaft manifestiert hat.

Warum altern wir überhaupt?

Der Mensch ist zwar nicht auf den Tod programmiert, jedoch gibt es bestimmte Knackpunkte, die dem Tod in die Karten spielen. Dazu zählen beispielsweise Beschädigungen des Erbguts, ein schwächelndes Immunsystem, eine immer schlechter werdende Qualitätskontrolle hinsichtlich wuchernder Körperzellen (= Krebs) und Fehlfunktionen der Stammzellen. All diese Probleme werden schlimmer, wenn man älter wird.

Nichtsdestotrotz dürfen wir gespannt sein, inwieweit uns die moderne Medizin in den nächsten Jahren und Jahrzehnten dabei helfen wird, dem Tod von der Schippe zu springen.

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