Diabetes Typ-2: Einfluss von Low-Carb Ernährung

Bei Diabetes Typ-2 handelt es sich um eine erworbene Form der Stoffwechselkrankheit, die in den meisten Fällen durch einen ungesunden Lebensstil ausgelöst wird. Zu einem ungesunden Lebensstil gehören Faktoren wie Bewegungsmangel, eine schlechte Ernährung (viel Fast-Food, viel Salz, viel Fett) und Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas) – aber auch die genetische Veranlagung kann eine wichtige Rolle spielen. In Deutschland und in vielen anderen Industrienationen ist der Typ-2 Diabetes mittlerweile – aufgrund unserer Lebensgewohnheiten – zur Volkskrankheit avanciert. 

Patienten, die unter Diabetes Typ-2 leiden, haben im Laufe der Zeit eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Insulinresistenz entwickelt. Das Hormon Insulin ist dafür zuständig, Zucker aus dem Blutkreislauf an die einzelnen Zellen des Körpers zu übergeben, damit diese ordnungsgemäß funktionieren können. Bei Typ-2 Diabetikern reagiert der Organismus allerdings nicht vernünftig auf das Insulin, welches in der Bauchspeicheldrüse hergestellt wird. Der Zucker verbleibt folglich im Blutkreislauf, sodass sich der Blutzuckerspiegel massiv erhöht und die Zellen nicht mehr mit genügend Energie versorgt werden. Die Folge: Es kommt zur Entstehung von zahlreichen Folgeerkrankungen, da der erhöhte Blutzuckerspiegel innerhalb der Blutgefäße und in den Organen Schäden anrichtet.

Ein Team aus Forschern möchte nun herausgefunden haben, dass in solchen Fällen eine Low-Carb Ernährung weiterhelfen kann. Low-Carb bedeutet, dass der Patient weitestgehend auf Kohlenhydrate verzichtet und sich hauptsächlich von Proteinen und Fetten ernährt. In einer Studie haben die Wissenschaftler gezeigt, dass der Blutzuckerspiegel der Versuchsteilnehmer nach zehn Wochen mithilfe einer Low-Carb Diät gesenkt werden konnte.

Die konkreten Ergebnisse der Studie sollen in Kürze in Schweden beim European Obesity Summit vorgestellt werden.

Was wir bisher wissen…

Wie bereits erwähnt, werden die Ergebnisse erst in naher Zukunft vorgestellt. Aktuell wissen wir jedoch bereits, dass während der Studie die Daten von insgesamt 80.000 Menschen aufgenommen und ausgewertet wurden, die sich zuvor vor allem von fettarmen und kohlenhydratreichen Lebensmitteln ernährt haben. Zu Beginn der Studie wichen diese Lebensmittel jedoch proteinreichen und fettreichen Produkten (Fleisch, Milchprodukte, Avocados, Nüsse etc.). Süßes Obst, Süßigkeiten, Brot, Nudeln, Reis und Co wurden folglich gemieden, sodass so wenige Kohlenhydrate wie möglich aufgenommen wurden.

Die Senkung des Blutzuckerspiegels nach zehn Wochen hat zur Folge, dass sich der Diabetes Typ-2 deutlich einfacher behandeln und kontrollieren lässt. Im Idealfall wird die Insulinresistenz durch die Ernährungsumstellung sogar aufgehoben, sodass Medikamente in Zukunft überflüssig werden könnten. Ist dies nicht der Fall, wäre es immer noch hilfreich, zumindest die Dosis senken zu können. Rund 20 Prozent der Versuchsteilnehmer konnten nach den zehn Wochen der Studienzeit auf ihre Medikamente verzichten. Bei rund 70 Prozent sank der Blutzuckerspiegel. Daran erkennt man, dass die Low-Carb Ernährungsweise einen immensen Einfluss auf die Krankheit Diabetes Typ-2 haben kann.

Die Low-Carb Ernährung führte allerdings nicht nur zu nicht-sichtbaren Veränderungen innerhalb des Organismus, sondern auch zu deutlich sichtbaren Veränderungen. So gaben 80 Prozent aller Versuchsteilnehmer an, dass sie durch die Ernährungsumstellung mindestens zehn Prozent ihres ursprünglichen Körpergewichts verloren haben.

Diabetes Typ-2 und die missverstandene Ernährung

Die Richtlinien für eine ideale Ernährung bei Diabetes werden immer wieder überarbeitet. Während man vor wenigen Jahrzehnten noch dachte, man müsse bei Diabetes auf Zucker und Kohlenhydrate verzichten, damit es nicht zu Folgeerkrankungen kommt, gilt heutzutage die Richtlinie, dass es keine Rolle spielt, wie man sich ernährt – solange man dem Körper speziell angepasste Mengen an Insulin und sonstigen nötigen Medikamenten zuführt.

Die hier vorgestellte Studie zeigt hingegen wieder, dass eine kohlenhydratreduzierte Diät sehr wohl Sinn machen kann, da die Hoffnung besteht, zukünftig auf Medikamente verzichten zu können.

Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Situation in den nächsten Jahren entwickelt und welche neuen Richtlinien die führenden Experten zu diesem Thema in Zukunft veröffentlichen werden.

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