Deutsche leiden vermehrt an Sodbrennen

Sodbrennen ist mittlerweile zu einer echten Volkskrankheit geworden. Mit diesem bekannten Begriff bezeichnet man einen meist brennenden Schmerz, der sich hinter dem Brustbein im Bereich der Speiseröhre manifestiert. Mittlerweile sind es in Westeuropa und den anderen Industrieländern fast 20 Prozent aller Menschen, die mehr oder weniger regelmäßig an Sodbrennen leiden. Dabei steht zunächst einmal die Verminderung der Lebensqualität im Vordergrund, aber auch Folgeerkrankungen und Schäden sind beim Sodbrennen nicht mehr selten. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie sich einmal umfangreich zum Thema Sodbrennen informieren, insbesondere dann, wenn Sie vielleicht bereits selbst betroffen sind.

Wie wird Sodbrennen definiert?

Sodbrennen ist ein Oberbegriff für brennende Schmerzen, die sich hinter dem Brustbein oder auch im Bereich des Halses befindet. Betroffen ist vor allem die Speiseröhre, die mit einer normalerweise intakten Schleimhaut ausgestattet ist. Meistens wird diese Schleimhaut allerdings durch den Rückfluss von Magensäure, die aus dem Magen zurück in die Speiseröhre gelang, geschädigt und es entsteht das ungeliebte Sodbrennen. Da dieses Brennen nicht nur unangenehm bis sehr schmerzhaft sein kann, sondern insbesondere über einen längeren Zeitraum auch zu Folgeschäden führt, sollte über Wochen und Monate bestehendes Sodbrennen stets ärztlich abgeklärt werden.

Welche Ursachen hat Sodbrennen?

Es gibt verschiedene Ursachen, durch die Sodbrennen entstehen kann. Am häufigsten ist sicherlich die sogenannte Reflux-Erkrankung. Es handelt sich dabei um eine Störung, die sich zwischen dem Übergang befindet, der zwischen Speiseröhre und Magen liegt. Normalerweise ist dieser Übergang stets geschlossen und wird nur geöffnet, wenn Sie schlucken oder kurzzeitig aufstoßen. Das Problem besteht bei der Refluxkrankheit jedoch darin, dass dieser Verschluss gestört ist, was dazu führen kann, dass Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt. Durch die Verletzung der Schleimhaut kommt es dann zum typischen Sodbrennen. In schlimmeren Fällen ist sogar möglich, dass die Magensäure bis hoch in den Mund aufsteigt und dort ebenfalls zu Verletzungen führt. Ursache für die Verschlussstörung ist übrigens oftmals ein Zwerchfellbruch, den Millionen Bundesbürger – oftmals unbemerkt – haben.

Zu den weiteren Ursachen, die ebenfalls zum Sodbrennen führen können, gehören beispielsweise eine hypersensible Speiseröhre. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass bereits Reize der normalen Nahrungsaufnahme dazu führen können, dass es zum Sodbrennen kommt. Aber auch Mobilitätsstörungen der Speiseröhre können Sodbrennen verursachen. In der Übersicht sind es die folgenden Ursachen, an die Sie im Zusammenhang mit dem Auftreten von Sodbrennen denken sollten:

  • Refluxkrankheit
  • Hypersensible Speiseröhre
  • Mobilitätsstörung der Speiseröhre
  • Ungünstige Ernährung

Was kann Sodbrennen auslösen oder verstärken?

Neben den eigentlichen Ursachen, die wir zuvor genannt haben, gibt es durchaus einige Verhaltensweisen, die das Auftreten von Sodbrennen begünstigen oder beschleunigen können. Dazu gehört insbesondere ein ungünstiges Essverhalten, aber auch der Genuss von Alkohol sowie das Rauchen können dazu führen, dass sich das Sodbrennen erst bemerkbar macht. Wenn es um bestimmte Nahrungsmittel geht, die das Sodbrennen verstärken können, so gibt es diesbezüglich ebenfalls einige, wie zum Beispiel:

  • Pfefferminze
  • Knoblauch
  • Kaffee
  • Tomaten
  • Zitrusfrüchte
  • Scharfe Gewürze
  • Sehr fettreiche Mahlzeiten (besonders am späten Abend)

Welche Folgen kann Sodbrennen haben?

Wie eingangs erwähnt, handelt es sich beim Sodbrennen nicht nur um eine vorübergehende Reizung der Speiseröhre, die mit Brennen oder Schmerzen einhergeht. Darüber hinaus kann Sodbrennen insbesondere dann, wenn es nicht nur vorübergehend, sondern beispielsweise über viele Monate oder sogar Jahre hinweg auftritt, zu nicht ungefährlichen Folgeschäden führen. In erster Linie ist sicherlich eine Veränderung an der Schleimhaut festzuhalten, die eine typische Folge des Sodbrennens ist und natürlich dadurch entsteht, dass die Schleimhaut dauernd durch die aufsteigende Magensäure verletzt wird. In ungünstigen Fällen kann sich daraus sogar ein Speiseröhrenkrebs entwickeln. Aber nicht nur die Speiseröhre, sondern ebenfalls der Mundraum, der Rachen und sogar das Ohr können betroffen sein. Dort können ebenfalls Schädigungen der Schleimhaut entstehen und Mittelohrentzündungen werden mitunter begünstigt.

Sodbrennen kann heute sehr gut behandelt werden
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Kann man die Entwicklung einschränken oder komplett verhindern?

Meistens liegt dem Brennen hinter dem Brustbein eine funktionelle Störung zugrunde, gegen die der betroffene Patient zunächst einmal nicht viel tun kann. Dennoch gibt es Möglichkeiten, das Auftreten des Sodbrennens zu reduzieren oder im Idealfall gänzlich zu vermeiden. Begünstigt wird das Sodbrennen – wie bereits erwähnt – durch bestimmte Nahrungsmittel und auch durch äußerst fetthaltige und saure Speisen. Diese sollten Betroffene auf jeden Fall reduzieren oder im Idealfall komplett von ihrem Speiseplan streichen. Hilfreich ist zudem der Verzicht auf Alkohol und das Rauchen, aber auch die Vermeidung von Stress sowie ausreichender Schlaf führen dazu, dass sich die Symptome oftmals nach kurzer Zeit bereits verbessern. Empfehlenswert ist es ebenfalls, dass Sie nachts etwas erhöht schlafen, denn dann wird es für die Magensäure rein physikalisch schwerer, vom Magen in die Speiseröhre aufzusteigen. Viel Bewegung ist ebenfalls hilfreich, denn so arbeitet der Magen schneller und Speisen können demzufolge zügiger verarbeitet werden, sodass tendenziell weniger Magensäure zum Zersetzen in die Nahrungsbestandteile benötigt wird.

Wie kann Sodbrennen behandelt werden?

Die gute Nachricht beim Sodbrennen ist: In über 80 Prozent aller Fälle können die Symptome durch Medikamente deutlich verringert oder sogar komplett beseitigt werden. Dazu ist es allerdings notwendig, dass zunächst die eigentliche Ursache des Sodbrennens abgeklärt wird, denn nur dann macht eine anschließende medikamentöse Behandlung sind. Heutzutage stellt die moderne Medizin zur Behandlung beim Sodbrennen drei unterschiedliche Medikamentengruppen zur Verfügung, nämlich:

  • Säurehemmer (Antazida)
  • H2-Rezeptorantagonisten
  • Protonenpumpeninhibitoren

Die zuvor genannten Medikamentenklassen unterscheiden sich nicht nur bezüglich ihrer Wirkungsweise, sondern insbesondere ebenso, was die Wirksamkeit angeht. So werden beispielsweise Antazida nahezu ausschließlich von Patienten eingesetzt, die eine Selbstmedikation durchführen. Diese Medikamente sorgen dafür, dass die Magensäure neutralisiert wird. Sie bestehen meistens aus Magnesiumsalzen. Sie sind nicht für eine Dauerbehandlung geeignet, sondern werden ausschließlich sporadisch beim Auftreten von unregelmäßigem Sodbrennen eingesetzt.

Die H2-Rezeptorantagonisten galten lange Zeit als das Mittel erster Wahl, wenn es um eine effektive Behandlung geht. Heutzutage kommen diese Arzneimittel allerdings nur noch bei relativ leichtem Sodbrennen zum Einsatz, da sie eine mittelmäßige Wirksamkeit haben. Spätestens seit der Entdeckung der dritten Medikamentengruppe, den sogenannten Protonenpumpeninhibitoren, sind diese Arzneimittel das Mittel der ersten Wahl, insbesondere dann, wenn es um die Dauerbehandlung von mittlerem bis starkem Sodbrennen geht.

Die sogenannten Protonenpumpenhemmer arbeiten so, dass sie es gar nicht erst zur starken Bildung von Magensäure kommen lassen. Es wird also nicht bereits vorhandene Magensäure gebunden, sondern stattdessen schaffen es die Protonenpumpeninhibitoren, wie zum Beispiel der Wirkstoff Omeprazol, dass die Produktion der Magensäure eingeschränkt wird. Insbesondere deshalb müssen Sie allerdings darauf achten, dass Sie keine zu hohe Dosierung einnehmen, denn natürlich erfüllt die Magensäure an sich eine wichtige Funktion. Daher kann es bei einer zu hohen Dosierung dazu kommen, dass andere Erkrankungen auftreten, wie zum Beispiel Pilze im Magen oder dass vermehrt Bakterien und andere Erreger auftreten.

Chirurgische Behandlung als letzte Lösung

In wenigen Fällen kommt es vor, dass dauerhaftes Brennen in der Speiseröhre mit den zur Verfügung stehenden Medikamenten nur unzureichend oder gar nicht mehr behandelt werden kann. Meistens liegt dann zum Beispiel ein sehr großer Zwergfellbruch vor oder der beschriebene Zugang zwischen Magen und Speiseröhre schließt sich überhaupt nicht mehr. In solchen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden, indem beispielsweise eine Manschette eingesetzt wird, die wieder dafür sorgt, dass der Zugang zwischen Magen und Speiseröhre geschlossen wird. Aber auch andere chirurgische Maßnahmen – je nach zugrunde liegendem Problem – können in der Regel zu einem hohen Wirkungsgrad dafür sorgen, dass Sodbrennen dauerhaft gestoppt wird. An manchen Ursachen können Sie schlichtweg nichts ändern, wie zum Beispiel an einem Zwerchfellbruch, welches häufig Sodbrennen verursacht. Dennoch haben Sie die zuvor beschriebene Möglichkeit, zumindest dazu beizutragen, dass die Symptome weniger stark sind oder im Idealfall gar nicht auftreten.

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