Chia-Samen: Wie gesund ist das Trend-Lebensmittel?

Chia-Samen wurden zuerst nur von Online-Fitness-Gurus als besonders gesund und nährstoffreich angepriesen – mittlerweile findet man die Samen sogar in den meisten Discountern in einer etwas günstigeren Variante als im Internet. Die positiven Effekte von Chia-Samen haben sich also herumgesprochen und sind im Mainstream angekommen.

Doch sind die teuren Körner wirklich so gesund, wie man ihnen immer nachsagt? Müssen sie unbedingt gesund sein, nur weil sie aus dem fernen Ausland stammen, für die meisten Menschen vorher unbekannt waren und einen happigen Preis haben? Kann man stattdessen nicht einfach Leinsamen oder andere heimische Körner als Alternativen verwenden?

Finden Sie es mit uns gemeinsam heraus! Im folgenden Artikel erfahren Sie die ganze Wahrheit über das Trend-Lebensmittel Chia-Samen. 

Was sind Chia-Samen überhaupt?

Bei den Körnern handelt es sich um die Samen der Pflanzenart Mexikanische Chia, die in der Fachsprache auch als Salvia hispanica bezeichnet wird. Es handelt sich hierbei um eine Pflanzenart aus der Gattung des Salbeis, die – wie der Name bereits suggeriert – ursprünglich aus Mexiko stammt.

Die Samen der Mexikanischen Chia beinhaltet zahlreiche Inhaltsstoffe, die gemeinhin als gesund angepriesen werden. Darunter fallen Proteine, Antioxidantien, verschiedene Mineralstoffe und Omega-3-Fettsäuren, die sonst hauptsächlich in fettem Fisch und Nüssen zu finden sind.

Ob die Inhaltsstoffe tatsächlich so gut für die Gesundheit sind, sei einmal dahingestellt – schließlich macht die Wissenschaft täglich neue Entdeckungen. Was gestern gut für uns war, ist heute schädlich. Antioxidantien können in großer Menge beispielsweise laut einer aktuellen Studie sogar gesundheitsschädlich sein, da auch die freien Radikale im Körper, die durch Antioxidantien außer Gefecht gesetzt werden, eine wichtige Rolle innerhalb des Immunsystems spielen.

In Nord- und Mittelamerika, wo die Chia-Samen ursprünglich herkommen, werden sie bereits seit vielen Jahrhunderten als Nahrungsmittel genutzt. Sie stellen quasi das Pendant zu unseren Leinsamen dar und können in vielerlei Variationen verwendet werden.

Markteinführung und dessen Folgen

Chia-Samen haben erst im Jahre 2009 ihren Weg nach Europa gefunden und wurden daraufhin von der europäischen Lebensmittelverordnung als „neuartiges Lebensmittel“ eingestuft, wie es in der Europäischen Union mittlerweile üblich ist. Diese Einstufung erlaubt es Lebensmittelherstellern beispielsweise, Chia-Samen in Backwaren zu verwenden.

Im Jahre 2013 erhielten die Chia-Samen dann die Zulassung, dass sie als reine Lebensmittel in die EU importiert werden dürften. Da die Langzeitfolgen des Konsums allerdings bislang unbekannt sind, empfiehlt die europäische Lebensmittelverordnung lediglich eine maximale Verzehrmenge von 15 Gramm pro Tag. In Backwaren dürfen maximal 10% Chia-Samen enthalten sein.

Hierbei handelt es sich um eine standardmäßige Vorsichtsmaßnahme. Da die Samen bereits seit Jahrhunderten am anderen Ende der Welt verköstigt werden, kann man davon ausgehen, da sie auch uns Europäern keine Nachteile bringen. Diesbezüglich müssen wir uns allerdings wohl noch einige Zeit gedulden. Wer kein Risiko eingehen möchte, der wartet noch ein paar Jahre ab.

Aktuelle Studie zum Thema Chia-Samen

In einer aktuellen Studie, die im Jahre 2014 veröffentlicht wurde, bekamen zehn Patienten, die unter Bluthochdruck litten, über einen Zeitraum von zwölf Wochen hinweg täglich 35 Gramm Chia-Samen zusätzlich zur standardmäßigen Ernährung. Das sind 300% der maximalen Verzehrempfehlung. Das Ergebnis: Nach den zwölf Wochen war der Blutdruck niedriger als zuvor.

Eine solche Studie sagt natürlich grundsätzlich nichts über die allgemeine Bekömmlichkeit oder über die gesundheitlichen Effekten eines Lebensmittels aus. Es sind noch zahlreiche weitere Studien von Nöten, um das gesamte Spektrum der Effekte von Chia-Samen auf den menschlichen Körper abzubilden. Auch hier heißt es: Abwarten.

Unsere Meinung: Schlagen Sie zu!

Unsere Meinung nach kann man bei Chia-Samen beruhigt zugreifen, wenn sie einem denn schmecken. Insbesondere für Veganer können sie eine sehr gute Quelle für verschiedene Nährstoffe darstellen, die man durch den veganen Lebensstil ansonsten nicht so einfach erhält.

Ein weiterer Vorteil von Chia-Samen sind natürlich die vielseitigen Verwendungszwecke. Man kann sie zum Beispiel in Wasser aufquellen lassen, beim Backen verwenden oder pur essen.

Kann man Leinsamen als Alternative verwenden?

Leinsamen kosten lediglich einen Bruchteil von Chia-Samen und müssen nicht mit viel Aufwand mehrere tausend Kilometer bis zu uns zurücklegen. Außerdem enthalten sie so ziemlich dieselben Inhaltsstoffe, die man auch in Chia-Samen findet: Proteine, gesunde Fette und Mineralstoffe. Sie können daher genauso gut verköstigt werden – allerdings verkaufen sich Leinsamen nicht so gut wie ein angebliches Super-Food aus Amerika.

Hier bezahlt man lediglich für den Trend.

Hauptsächliche Quelle: Spiegel.de

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