Bluthochdruck: Symptome früher erkennen und richtig messen

Neben Diabetes und Kreislaufproblemen gehört insbesondere Bluthochdruck heutzutage zu den großen Volkskrankheiten. Noch immer ist nicht vollständig bekannt und geklärt, welche Ursachen für einen zu hohen Blutdruck verantwortlich sein können, auch wenn natürlich manche Einflussfaktoren identifiziert sind. Das Heimtückische an Bluthochdruck besteht darin, dass dieser oftmals über Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg nicht erkannt wird, weil er keine eindeutigen Symptome macht. Nicht selten wird die Hypertonie eher zufällig entdeckt, wenn der Arzt beispielsweise den Blutdruck misst und einen Verdacht hat. Da aus einem ständigen Bluthochdruck jedoch leichte und schwere Erkrankungen resultieren können, ist es umso wichtiger, die eventuell auftretenden Symptome zumindest frühzeitig zu erkennen und richtig zuzuordnen.

Zu Beginn oftmals gar keine Symptome

Beim Bluthochdruck handelt es sich um eine Erkrankung, die nicht auf einen Schlag eintritt, sondern in aller Regel ist es ein schleichender Prozess, bei dem sich die Blutdruckwerte langsam immer weiter erhöhen. Daraus resultiert auch, dass es insbesondere im sogenannten Anfangsstadium häufig überhaupt keine Symptome gibt, die auf einen erhöhten Blutdruck hindeuten würden. Meistens treten die ersten Symptome sogar erst dann auf, wenn bereits die für den Bluthochdruck typischen Folgeerkrankungen vorhanden sind. Genau aus diesem Grund ist es jedoch wichtig, den Blutdruck nicht generell zu vernachlässigen, sondern in regelmäßigen Abständen die Werte zu kontrollieren. Ein Problem besteht allerdings darin, dass bereits beim Messen Fehler gemacht werden, denn natürlich möchte man nicht unbedingt alle zwei Wochen zum Arzt, um dort die Blutdruckwerte zu bestimmen. Auf diesen Punkt werden wir im späteren Verlauf noch etwas näher eingehen.

Einige Symptome bei fortgeschrittener Erkrankung vorhanden

Während der Bluthochdruck im Anfangsstadium nahezu keinerlei oder gar keine Symptome verursacht, sieht es bei einer bereits fortgeschrittenen Erkrankung schon etwas anders aus. Meistens ist dies allerdings mehrere Jahre oder teilweise sogar Jahrzehnte nach dem ersten Auftreten des Bluthochdrucks der Fall, sodass sich dann insbesondere die folgenden Symptome zeigen:

  • Müdigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Blutungen in kleinen Gefäßen, beispielsweise in der Nase

Aber selbst unter der Voraussetzung, dass diese Symptome auftreten und bemerkt werden, heißt dies noch lange nicht, dass sofort auf die Ursache, nämlich den Bluthochdruck, geschlossen wird. Insbesondere Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Übelkeit können natürlich auch noch auf zahlreiche andere Erkrankungen und Gesundheitsprobleme hindeuten, sodass es manchmal etwas dauert, bis tatsächlich an eine Hypertonie gedacht wird.

Grundsätzlich ist das Auftreten und vor allen Dingen die Schwere der Symptome auch davon abhängig, wie stark der Blutdruck überhaupt erhöht ist. Bei einem vergleichsweise hohen Blutdruck, beispielsweise ab 160:90, können noch eindeutigere Symptome hinzukommen, wie zum Beispiel Kurzatmigkeit bei Belastungen, Brustschmerzen oder auch Sehstörungen. Zu den weiteren Symptomen des Bluthochdrucks, die allerdings meistens ebenfalls erst im fortgeschrittenen Stadium zu erkennen sind, gehören vor allem:

  • Durstgefühl
  • Vermehrte Schweißbildung
  • Häufiger Harndrang

Diese Symptome sind allerdings ebenfalls nicht unbedingt typisch nur für den Bluthochdruck, denn gerade bei Harndrang und vermehrtem Durstgefühl denkt man vielleicht zunächst einmal eher an eine Diabetes-Erkrankung. Tatsächlich deuten diese Symptome allerdings bereits auf mögliche Schäden an den Organen hin, sodass spätestens beim Auftreten dieser Probleme schnelles Handeln gefordert ist.

Welche Blutdruckwerte sind eigentlich normal?

Wenn Sie Ihren Blutdruck einmal selbst messen möchten und vor allen Dingen wissen wollen, ob Sie bereits an Bluthochdruck leiden oder nicht, ist es natürlich wichtig zu wissen, ab welchem Wert der Blutdruck überhaupt als erhöht gilt. Grundsätzlich ist es so, dass ein gesunder und normaler Blutdruck in aller Regel mit einem Wert von bis zu 120:80 angegeben ist. Darüber hinaus gibt es eine Art Vorstufe für den Bluthochdruck, bei dem die Werte insbesondere zwischen 130 und 140 (systolisch) schwanken. Sollte der systolische Wert oberhalb von 140 liegen, spricht man heutzutage bereits von einem erhöhten Blutdruck. Problematisch wird es vor allen Dingen ab Werten von 160, wobei natürlich auch der diastolische Wert nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Bluthochdruck kann beim Messen entdeckt werden
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Einige Erkrankungen verursachen Bluthochdruck

Es ist nicht immer nur eine ungesunde Lebensweise, beispielsweise zu wenig Bewegung oder zu fettreicher Ernährung, die letztendlich nach Jahren oder Jahrzehnten zum Bluthochdruck führen kann. Darüber hinaus tritt ebenso eine sogenannte sekundäre Hypertonie auf. Gemeint ist damit, dass der Bluthochdruck in diesem Fall auf andere Grunderkrankungen zurückzuführen ist. Die Hypertonie ist somit nicht die Vorstufe für eine Folgeerkrankung, sondern ergibt sich aus einer bereits bestehenden Grunderkrankung. Typische Gesundheitsprobleme, die zu einer sekundären Hypertonie führen können, sind insbesondere:

  • Erkrankungen der Niere
  • Hormonstörungen
  • Erkrankungen der Nebennieren
  • Erkrankungen der Schilddrüse
  • Verengung der Aorta
  • Schlafapnoe

Wenn also bei Ihnen beispielsweise ein erhöhter Blutdruck festgestellt wurde, ist es nicht einfach, überhaupt die auslösende Ursache festzustellen. Dies wird unter anderem dadurch belegt, dass statistisch betrachtet nicht einmal die Hälfte aller Hypertonien in dem Sinne behandelt werden, als dass die eigentliche Ursache diagnostiziert werden konnte. Stattdessen wird der Blutdruck nicht selten nur symptomatisch behandelt, indem beispielsweise den Blutdruck senkende Medikamente verschrieben werden. Noch wichtiger wäre es allerdings tatsächlich, die Ursache zu finden, um diese im optimalen Fall abzustellen, sodass gar keine Blutdrucksenker mehr benötigt werden.

Salz- und Fettkonsum, Bewegungsmangel und weitere Risikofaktoren

In vielen Fällen verursacht keine Grunderkrankung den zu hohen Blutdruck, sondern es ist mit einem Begriff zusammengefasst eine ungesunde Lebensweise, welche die Blutdruckwerte insbesondere im fortgeschrittenen Alter ansteigen lässt. Ein wichtiger Faktor ist der Konsum von Kochsalz, insbesondere dann, wenn bereits eine leichte Tendenz hin zum Bluthochdruck besteht. Zu viel zugeführtes Salz kann dazu führen, dass der Blutdruck über die Jahre immer weiter ansteigt. Erwiesenermaßen ist es leider in der heutigen Konsumgesellschaft gerade in Deutschland so, dass der durchschnittliche Kochsalzverzehr erheblich über den Empfehlungen von Gesundheitsorganisationen liegt. Salz zu reduzieren ist also eine durchaus wichtige Maßnahme, was allerdings ebenso für eine zu fettreiche Ernährung gilt. Entgegenwirken kann man dem Bluthochdruck vor allem (neben einer gesunden Ernährung) durch regelmäßige Bewegung, am besten durch Ausdauersport. Ein weiterer erheblicher Risikofaktor ist das Rauchen sowie Übergewicht im Allgemeinen.

Zusammenfassend gibt es also durchaus einige Maßnahmen, mit denen Sie zumindest versuchen können, die erhöhten Blutdruckwerte zunächst einmal ohne Medikamente in den Griff zu bekommen. Ist dies nicht mehr möglich, stehen in der heutigen Medizin diverse wirksame Arzneimittel zur Verfügung, die sogenannten Blutdrucksenker. Allen voran steht allerdings natürlich, dass Sie überhaupt erst auf die erhöhten Blutdruckwerte aufmerksam werden. Daher möchten wir im Folgenden etwas näher darauf eingehen, wie Sie eine Hypertonie identifizieren können und vor allem, welche Fehler Sie bleiben Blutdruck messen vermeiden sollten.

Den Blutdruck kann nicht nur der Arzt messen

Ab einem bestimmten Alter haben Sie als gesetzlich Krankenversicherter in Deutschland einen Anspruch darauf, dass Sie alle zwei Jahre zu einem ärztlichen Gesundheitsscheck gehen können. Sollten Sie natürlich zuvor bereits Gesundheitsprobleme haben, steht einer früheren Untersuchung selbstverständlich nichts im Wege. Diesen Gesundheitscheck sollten Sie allerdings unbedingt nutzen, denn so werden Ihre Blutdruckwerte zumindest alle zwei Jahre einmal kontrolliert.

Allerdings ist es keinesfalls so, dass nur der Arzt dazu in der Lage ist, Ihren Blutdruck zu messen. Manche Apotheken bieten diesen Service kostenlos an oder Sie können das Messen auch selbst in die Hand nehmen. Entsprechende Blutdruckmessgeräte gibt es heutzutage, beispielsweise in Form einer Oberarm-Manchette oder als Handgelenksgerät, schon zu Preisen ab 30 Euro. Das Problem besteht allerdings darin, dass die Geräte zwar mittlerweile relativ zuverlässig funktionieren und messen, der Anwender, also Sie als Patient, jedoch häufig Fehler beim Messen macht.

Fehler beim Blutdruck messen verursachen ungenaue Werte

Es gibt tatsächlich eine Reihe von Fehlern, die Sie bei Messen des Blutdrucks machen können, auch wenn der Vorgang als solcher eigentlich sehr einfach und transparent ist. Einige dieser typischen Fehler möchten wir im Folgenden aufführen, damit Sie diese möglichst vermeiden und zukünftig die Chance erhöhen, dass Sie tatsächlich Ihre korrekten Blutdruckwerte messen können. Bei einer fehlerhaften Anwendung ist es nämlich sowohl möglich, dass Sie zu geringe Werte messen als auch zu hohe Werte feststellen und sich damit vielleicht unnötig Sorgen machen müssen.

Im Überblick sind es insbesondere die folgenden Fehler, die häufiger beim Blutdruckmessen auftreten können:

  • Messen am falschen Arm
  • Im Liegen messen
  • Arm nicht auf Herzhöhe
  • Manchette ist zu klein
  • Manchette wird zu locker angelegt
  • Blutdruck direkt nach dem Essen messen
  • Blutdruck nach dem Genuss von Alkohol, Tee oder Koffein messen
  • Blutdruck messen und nebenbei sprechen

Viele dieser genannten Fehler sind bereits selbsterklärend, aber dennoch möchten wir zum besseren Verständnis etwas näher auf einige typische Fehler eingehen.

Tendenziell neigen die meisten Verbraucher dazu, den Blutdruckwert am linken Arm zu messen, da sich dieser auf der Seite des Herzens befindet. Richtig wäre es aber, dass Sie zunächst einmal mehrmals den Blutdruck in beiden Armen messen, denn in aller Regel gibt es leichte oder sogar größere Differenzen. Sie sollten dann stets den Arm nehmen, an dem die Blutdruckwerte am höchsten sind. Diesen Vorgang müssen Sie natürlich nur einmal zu Beginn durchführen, denn im Folgenden können Sie grundsätzlich immer nur noch an dem Arm den Blutdruck messen, für den Sie die höheren Werte festgestellt haben.

Dass die Manchette nicht richtig passt, ist eine weitere Fehlerquelle und kann sowohl zu zu niedrigen als auch zu zu hohen Werten führen. Wird die Manchette beispielsweise zu locker angelegt, kann dies dazu führen, dass zu hohe Werte gemessen werden, der Blutdruck also eigentlich niedriger ist. Der umgekehrte Fall tritt dann ein, wenn die Manchette eigentlich zu klein ist und daraus resultiert, dass der systolische Messwert zu niedrig ist, also vielleicht eigentlich schon ein Bluthochdruck bestehen würde.

Ein weiterer typischer Fehler beim Blutdruck messen besteht ferner darin, dass Sie beispielsweise ein Hemd oder einen Pullover tragen und zum Messen das Kleidungsstück möglichst hoch über die Oberarme schieben. Dadurch wird der Oberarm allerdings nicht selten etwas eingeschnürt, sodass sich auch daraus falsche Messwerte ergeben. Empfehlenswert ist es daher, dass Sie den Oberkörper möglichst bis zu den Schultern tatsächlich frei haben, denn so wird die Blutdruckmessung nicht durch Kleidung und das genannte Abschnüren beeinflusst.

Im optimalen Fall dem Bluthochdruck vorbeugen

Sowohl beim Auftreten der ersten Symptome als auch beim Messen und Identifizieren des Bluthochdrucks ist das Kind sprichwörtlich bereits in den Brunnen gefallen. Daher ist Aufklärung wichtig, denn es ist in vielen Fällen möglich, den Bluthochdruck im Vorhinein zu verhindern. Es gibt beispielsweise einige Risikofaktoren, die statistisch bekannt sind und die auch Sie kennen sollten, da diese überdurchschnittlich oft zu einer arteriellen Hypertonie führen, wie zum Beispiel:

  • Genetische Komponente
  • Familiäres Risiko
  • Rauchen
  • Hohe Cholesterinwerte
  • Mangel an Bewegung
  • Hoher Konsum von Kochsalz
  • Geringe Zufuhr von Kalium
  • Stress

Viele dieser Risikofaktoren können Sie aktiv beeinflussen, indem Sie sich beispielsweise bewusst ernähren, viel bewegen und auf das Rauchen verzichten. Diese Maßnahme erfordert natürlich durchaus etwas Disziplin, aber in dem Fall sollten Sie wirklich daran denken, dass der Bluthochdruck als solcher meistens zwar keine Beschwerden macht, allerdings in schlimmeren Fällen zu gefährlichen Folgeerkrankungen führen kann, zu denen leider auch Herzinfarkte und Schlaganfälle gehören. Daher lohnt es sich auf jeden Fall, das Entstehen einer Hypertonie möglichst zu vermeiden, auch wenn heutzutage sehr wirksame Medikamente zur Behandlung zur Verfügung stehen.

Bildquelle: #128579102 – © Bits and Splits – Fotolia.com

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