Studie: Bio-Milch enthält mehr ungesättigte Fettsäuren

Fette haben es beim Thema Ernährung oft nicht leicht: Sie werden aufgrund ihrer hohen Energiedichte gemieden und sind fälschlicherweise als Dickmacher verschrien. Dabei werden die positiven Aspekte ausgeblendet, sodass Fette als reine Übeltäter dastehen.

Während gesättigte Fettsäuren, die beispielsweise häufig in tierischen Produkten enthalten sind, tatsächlich relativ ungesund sind, sind ungesättigte Fettsäuren hingegen gut für das Herz-Kreislauf-System und die Gesundheit im Generellen. Sie spielen beispielsweise bei der Aufnahme von Vitaminen und bei der Erhaltung des Hormonhaushaltes eine wichtige Rolle.

Eine neue Entdeckung scheint das Thema Fette jedoch nun noch einmal umzukrempeln: Tierische Bio-Produkte beinhalten demnach deutlich gesündere Fette, als man bisher angenommen hat. Sind also nicht alle tierischen Produkte in Bezug auf Fette schlecht? Wie unterschieden sich Bio-Produkte von herkömmlicher Ware?

Neue Erkenntnisse: Studie über Bioprodukte

Für die Studie wurden viele kleinere Studien in Bezug auf die Qualität von Milch und Fleisch zusammengefasst und ausgewertet. Die Meta-Studie beinhaltet dabei insgesamt 190 kleinere Studien über Milch und 60 Studien über Fleisch. Man wollte herausfinden, ob die Art der Haltung Auswirkungen auf die Qualität der Produkte hat.

Das Ergebnis: Bio-Milch und Bio-Fleisch enthalten bis zu 50% mehr Omega-3-Fettsäuren, die als äußerst gesund gelten. Gesund deshalb, weil sie die Nervenbahnen schützen und den Blutfluss im Körper verbessern sollen.

Zur Aufnahme der gesunden Omega-3-Fettsäuren wurde bisher immer zum Konsum von fettigem Fisch oder verschiedenen Nusssorten geraten. Alternativ sollte man sogenannte Fischölkapseln supplementieren, die die entsprechenden Fette ebenfalls enthalten.

Die Ernährungswissenschaft beharrt deshalb so auf den Omega-3-Fettsäuren, weil es sich hierbei um essentielle Substanzen handelt, die vom Körper nicht selbst hergestellt werden können.

Die Ergebnisse der Studie zeigen allerdings nun, dass man Omega-3-Fettsäuren auch vermehrt in Form von Bio-Produkte von Tieren beziehen kann.

Beispiel: Bio-Milch

In einem halben Liter konventioneller Milch stecken insgesamt rund 25 Milligramm Omega-3-Fettsäuren. Das sind 11% des Tagesbedarfs einen erwachsenen Menschen. In Bio-Milch stecken hingegen satte 39 Milligramm. Das sind bereits 16% des Tagesbedarfs.

Natürlich sollte man den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren nicht nur in Form von Bio-Milch decken. Es ist allerdings gut zu wissen, dass Bio-Milch einen gewissen Anteil leistet. Ansonsten sollte man ein- bis zweimal pro Woche Fisch in die Ernährung einbauen. Nüsse als gelegentlicher Snack für zwischendurch eignen sich ebenfalls zur Deckung des Bedarfs an Omega-3-Fettsäuren.

Warum gibt es diese Qualitätsunterschiede?

Es stellt sich natürlich die Frage, was der Auslöser dafür ist, dass Bio-Milch deutlich mehr gesunde Fette enthält. Die Forscher sehen die Ursache in den Haltungsmethoden. Während Bio-Kühe auf der Wiese weiden können und dabei frisches Gras zu fressen bekommen, werden Kühe in Ställen häufig nur mit Getreide und Kraftfutter gefüttert.

Logisch ist diese Erklärung allemal: Die Kuh besteht schließlich auch nur aus den Stoffen, die ihr zeit ihres Lebens zugeführt wurden. Bei Hühnern verhält es sich ähnlich: Wenn Hühner ihr gesamtes Leben lang mit Fischabfällen gefüttert werden, dann schmeckt das Hühnchen später selbst nach Fisch. Der tierische Organismus macht das Beste aus dem, was ihm zur Verfügung steht.

Qualität vs. Quantität

Wenn Kühe mit Kraftfutter gemästet werden, produzieren sie rund 20% mehr Milch als Bio-Kühe. Auch sonst kostet die Haltung im Stall deutlich weniger Geld. Nicht-Bio-Kühe sind also deutlich wirtschaftlicher.

Gesünder ist hingegen die Bio-Milch. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass Bio-Produkte deutlich teurer sind als ihre konventionellen Pendants.

Im Endeffekt muss jeder selber wissen, ob er in gesunde Bio-Milch investieren möchte oder lieber bei der normalen Kuhmilch bleibt und somit einige Euro spart. Wir finden, dass man letztendlich auch an die Kühe denken sollte. Je mehr Menschen Bio-Milch kaufen, desto besser werden die Lebensbedingungen für Kühe in Deutschland. Der Grund: Wenn die Nachfrage nach Bio-Milch steigt, werden natürlich zukünftig auch mehr Kühe auf Bio-Art gehalten.

Für weitere Aussagen werden weitere Studien benötigt

Zwar konnten die Forscher Aussagen über die unterschiedlichen Fette in Milch und Fleisch treffen, zu mehr haben die zur Verfügung stehenden Daten allerdings nicht gereicht. Es werden weitere Studien benötigt, um neue Aussagen über die Qualität von Bio-Produkten treffen zu können.

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag von Spiegel-Online.

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