Hintergrund
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ZAVA gehört zu den ältesten Anbietern für Fernbehandlung in Europa und ist alles andere als ein Newcomer. Die Online-Arztpraxis wurde 2010 in London unter dem Namen „DrEd“ gegründet und ging 2011 an den Start. Hinter dem Unternehmen steht unter anderem der Hamburger Jurist David Meinertz. Wer sich also schon länger mit dem Thema Online-Rezepte beschäftigt, kennt den Dienst vermutlich noch unter dem alten Namen.
Anfang 2019 wurde aus DrEd dann ZAVA. Der neue Name soll angeblich vom französischen „Ça va?“, also „Wie geht’s?“, abgeleitet sein. Ganz freiwillig kam der Wechsel allerdings nicht, denn in Deutschland war der alte Name durch das sogenannte „Lex DrEd“ politisch belastet, das es Apotheken zeitweise untersagte, telemedizinisch ausgestellte Rezepte anzunehmen. Diese Regelung ist längst Geschichte, der Imagewechsel war trotzdem naheliegend.
Inzwischen ist ZAVA ein etabliertes und profitables Unternehmen mit Hauptsitz in London und Standort in Hamburg. Im Laufe der Jahre sind mehrere Investoren eingestiegen, darunter auch der Gründer der Shop-Apotheke – Anteile des Unternehmens wurden also durchaus verkauft. An der langen Historie gibt es aus unserer Sicht nichts auszusetzen. Hier arbeitet kein anonymer Briefkasten-Anbieter, sondern ein Pionier der Telemedizin mit über einem Jahrzehnt Erfahrung.
Design und Bedienung
4 von 5
Die Website von ZAVA ist modern, aufgeräumt und grundsätzlich einfach zu bedienen. Wer schon einmal einen Online-Rezept-Service genutzt hat, findet sich hier sofort zurecht. Trotzdem haben wir einen Kritikpunkt, der uns beim Testen immer wieder gestört hat. Es ist nämlich nicht immer sofort ersichtlich, was man am Ende eigentlich bekommt – und was nicht.
Anders als bei manchen Mitbewerbern kann man nicht direkt ein Medikament samt Dosierung auswählen und dann zur Kasse gehen. Stattdessen muss man zuerst den kompletten medizinischen Fragebogen ausfüllen und die gesamte Diagnose-Strecke durchspielen, bevor man überhaupt sieht, welche Präparate für einen verfügbar sind. Medizinisch ist das nachvollziehbar und spricht sogar für den Anbieter – komfortabel ist es aber nicht, vor allem wenn man genau weiß, welches Medikament man benötigt.
Preise und Transparenz
4 von 5
Bei der Preistransparenz sehen wir noch Luft nach oben. Den vollständigen Endpreis sieht man nämlich erst, wenn man bereits alles ausgefüllt hat und sich am Ende des Bestellvorgangs befindet. Wer vorher wissen möchte, was die Behandlung inklusive aller Kosten wirklich kostet, muss sich durch den kompletten Prozess klicken. Volle Transparenz sieht in unseren Augen anders aus.
Fairerweise muss man sagen, dass das früher deutlich schlimmer war. Da stieg der Preis im Verlauf der Bestellung gefühlt immer weiter an, und man wusste lange nicht, wo man am Ende landet. Heute ist das System spürbar fairer geworden – wirklich vorbildlich ist es aber noch nicht. Die Preise selbst bewegen sich im branchenüblichen Rahmen.
Kundenservice
2 von 5
Der Kundenservice ist für uns die größte Schwachstelle von ZAVA. Ein deutschsprachiger, direkt erreichbarer Kundenservice, wie ihn die Konkurrenz bietet, fehlt hier praktisch komplett. Man kann froh sein, wenn eine E-Mail innerhalb weniger Tage beantwortet wird. Das mag für manche okay klingen – für uns nicht, denn wir sind von anderen Anbietern schlicht Besseres gewohnt.
Wir vermuten daher, dass es hier schlicht ums Kostensparen geht. Chatbots statt Mitarbeiter mag betriebswirtschaftlich funktionieren – für uns klingt es aber vor allem nach schlechtem Kundenservice. Gerade bei einem medizinischen Angebot, bei dem Patienten mitunter dringende Fragen haben, ist das aus unserer Sicht der falsche Ort zum Sparen.
Sortiment
4 von 5
Das Sortiment von ZAVA kann sich sehen lassen. Die Auswahl ist groß und deckt zahlreiche Behandlungsgebiete ab. Zwar gibt es keine Schmerzmittel wie etwa bei der Konkurrenz von ferndiagnose.org, dafür aber zahlreiche Lifestyle-Medikamente – von Potenzmitteln über Haarausfall bis hin zu Verhütung und mehr.
Einen echten Kritikpunkt haben wir allerdings. Am Ende des Bestellvorgangs tauchen teilweise etwas unseriös wirkende Zusatzangebote auf. So wurde uns beispielsweise eine Penispumpe für über 75 Euro angeboten, nachdem wir ein Potenzmittel angefragt hatten. Mit einer ärztlichen Konsultation hat so ein Upselling gefühlt nur noch wenig zu tun – das erinnert eher an einen klassischen Online-Shop als an eine Arztpraxis. Für uns ist das schon ein Stück weit unseriös.
Fairerweise muss man dazusagen, dass dieses Angebot nicht immer erscheint. Es gab Zeiträume, in denen es auftauchte, und andere, in denen es fehlte. Offenbar wird hier experimentiert. Am Kernproblem ändert das aber nichts, denn solche Verkaufstricks passen aus unserer Sicht nicht zu einem medizinischen Anbieter.
Erfahrungsberichte
5 von 5
Bei den Erfahrungsberichten gibt es dagegen wenig zu meckern – im Gegenteil. Auf Trustpilot kommt ZAVA Germany (bisher DrEd) auf beeindruckende 4,8 von 5 Sternen bei über 46.000 Bewertungen. Das ist eine Hausnummer, die in dieser Branche nur wenige Anbieter erreichen, und spricht für eine insgesamt sehr zufriedene Kundschaft.
In den Berichten loben Nutzer vor allem die schnelle und unkomplizierte Abwicklung. Fragebogen ausfüllen, ärztliche Prüfung abwarten, Rezept oder Medikament erhalten – bei vielen klappt das reibungslos und diskret. Kritik findet sich naturgemäß auch, und sie deckt sich weitgehend mit unseren eigenen Beobachtungen. Wenn etwas schiefläuft, dauert es mitunter, bis der Kundenservice reagiert.
Wichtig zur Einordnung ist, dass das Trustpilot-Profil seit 2014 beansprucht ist und über ein kostenpflichtiges Trustpilot-Abonnement läuft. Das ist völlig üblich und kein Grund zur Sorge – man sollte nur wissen, dass der Anbieter sein Profil aktiv pflegt. An der Masse und Qualität der Bewertungen ändert das nichts, denn über 46.000 Stimmen lügen selten.
Meinung und Bewertung
4 von 5
Unsere Meinung zu ZAVA fällt insgesamt positiv aus. Der Anbieter ist seriös und sicher, blickt auf viele Jahre Erfahrung zurück und wickelt Bestellungen zuverlässig ab. Wer einen etablierten Online-Rezept-Service sucht, macht hier grundsätzlich nichts falsch.
Trotzdem gibt es Punkte, die uns stören. Da wäre zum einen die fehlende Übersicht – man weiß vorab schlicht nicht, was man alles bekommen kann und was nicht. Zum anderen die fragwürdigen Zusatzangebote wie die Penispumpe, die einem beim Bestellen eines Potenzmittels untergeschoben werden soll. Das riecht nach Gewinnmaximierung ohne Ende, während an anderer Stelle konsequent gespart wird.
Denn genau das ist die Kehrseite. Statt Mitarbeiter für eine Kundenhotline einzustellen, plant man offenbar lieber 1–2 Tage für eine E-Mail-Antwort ein, wenn ein Kunde oder Patient eine Frage hat. Diese Kombination aus aggressivem Verkaufen und sparsamem Service kostet ZAVA bei uns den fünften Stern.
Vorteile und Nachteile
Was finden wir gut?
Was finden wir schlecht?
Alternativen
Du bist auf der Suche nach Alternativen zu ZAVA? Kein Problem – je nachdem, was du benötigst, gibt es Anbieter, die in einzelnen Bereichen sogar die bessere Wahl sind.
Für Schmerzmittel, die es bei ZAVA gar nicht gibt, ist ferndiagnose.org unsere Empfehlung. Bei Lifestyle-Medikamenten und Potenzmitteln ist euroclinix.net für uns die klare Nummer eins – auch beim Kundenservice.
Wer medizinisches Cannabis, leichtere Schmerzmittel oder ebenfalls zahlreiche Lifestyle-Medikamente sucht, wird bei DoktorABC fündig.
Zusammenfassung
ZAVA ist einer der ältesten und bekanntesten Anbieter für Online-Rezepte in Europa – und das merkt man. Die Abwicklung funktioniert zuverlässig, das Sortiment ist groß, und über 46.000 Trustpilot-Bewertungen mit 4,8 Sternen sprechen eine deutliche Sprache. Wer hier bestellt, bestellt bei einem seriösen und sicheren Anbieter.
Abzüge gibt es für den praktisch nicht erreichbaren Kundenservice, die späte Preisanzeige und die teils fragwürdigen Zusatzangebote am Ende des Bestellvorgangs. Unterm Strich vergeben wir 4 von 5 Sternen – eine klare Empfehlung mit Einschränkungen. Wer Wert auf schnellen, deutschsprachigen Support legt, schaut sich besser bei den genannten Alternativen um.
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