Studie: Alkohol führt zu Herzrhythmusstörungen & Vorhofflimmern

Studie: Alkohol führt zu Herzrhythmusstörungen & Vorhofflimmern

Münchner Forscher haben vor kurzem eine Studie über den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Herzrhythmusstörungen veröffentlicht. Die erschreckende Wahrheit: Übermäßiger Alkoholkonsum führt bei einem Drittel aller Konsumenten zu Herzrhythmusstörungen, bei jedem vierten sogar zu Vorhofflimmern.

Die Studie wurde in der renommierten Fachzeitschrift „European Heart Journal“ veröffentlicht und an der Universität München durchgeführt. Die Datenbasis der Studie wurde während des Oktoberfestes im Jahr 2015 mithilfe der Besucher erhoben.

Wie genau die Studie durchgeführt wurde, wie die Ergebnisse im Detail aussahen und welche Schlüsse man aus ihnen ziehen kann, erfahren Sie im folgenden Artikel. 

Über die Studie und deren Durchführung

Die Daten für die Studie wurden mithilfe mobiler EKG-Messgeräte und Atemalkoholtests auf dem Oktoberfest im Jahr 2015 erhoben. Die Forscher gingen dabei über den Festplatz und befragten Besucher hinsichtlich der Möglichkeit zur Durchführung einiger Tests. Die Daten wurden anonym erhoben. Insgesamt wurden 3.028 Besucher untersucht.

An Testpersonen hat es den Forschern definitiv nicht gemangelt: Das Oktoberfest dauert insgesamt 16 Tage und empfängt mehr als sechs Millionen Besucher, die in dieser Zeit wiederum über sieben Millionen Maß Bier trinken.

Die Studie ist vor allem deshalb so interessant, weil die Folgen von Alkohol bisher immer nur im Nachhinein untersucht wurden. Diese Studie untersucht hingegen die Auswirkungen direkt während des Konsums. Herzprobleme durch zu viel Alkohol in zu kurzer Zeit sind auch unter dem Begriff „Holiday Heart Syndrome“ bekannt. In ihrem Urlaub tendieren die meisten Menschen schließlich dazu, mehr als gewöhnlich zu trinken.

Ergebnisse der Studie

Die durchschnittliche Testperson auf den Wiesn wies eine Alkoholkonzentration von 0,84 Promille auf. Der Maximalbereich lag dabei zwischen 0 und 3 Promille, wobei ein Wert von drei bei alkoholtechnisch untrainierten Menschen bereits zu einer Alkoholvergiftung führen könnte. Um eine solche Alkoholkonzentration im Blut zu erreichen, muss man – je nach Verfassung – zwischen sechs und zehn Liter Bier trinken. Der Altersdurchschnitt betrug dabei 35 Jahre.

Alkohol führte bei jedem dritten Oktoberfestbesucher zu Herzrhythmusstörungen (30 Prozent) und bei 26 Prozent zu Herzrasen. Besonders fatal sind diese Zahlen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung: Hier leiden nur etwa ein bis vier Prozent unter Herzrhythmusstörungen.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Alkohol getrunken wird, desto höher ist gleichzeitig auch das Risiko für Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern. Jede Promille Alkohol erhöht das Risiko, zumindest temporär unter Herzproblemen zu leiden, um bis zu 75 Prozent. Dauerhaftes Vorhofflimmern begünstigt das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte enorm.

Zukünftige Pläne der Münchner Forscher

Die Studie dient als erster Schritt, um den direkten Einfluss von Alkohol auf den Menschen und insbesondere das Herz-Kreislauf-System zu untersuchen. Zukünftig planen die Münchner eine weitere Studie, bei der rund 200 Testpersonen, die gerne in ihrer Freizeit trinken gehen, ein Langzeit-EKG bei sich tragen sollen.

Wir dürfen gespannt sein, welche neuen Erkenntnisse die Forscher der Universität München zukünftig noch zu Tage fördern werden.

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