Algen: Der neue Trend im Bereich Lebensmittel & Nahrungsergänzung?

Algen: Der neue Trend im Bereich Lebensmittel & Nahrungsergänzung?

Algen werden als Nahrungsmittel in Deutschland immer beliebter. Vorbei sind die Zeiten, in denen man bei Algen vor allem an Strand, seltsame Gerüche und ein ungutes Gefühl am Bein gedacht hat. Die Ein- bzw. Mehrzeller werden hierzulande immer häufiger auch als Salat angeboten. Als Nahrungsergänzungsmittel werden Algen aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe ohnehin bereits seit Jahren vertrieben.

Der Begriff „Algen“ ist dabei allerdings relativ unspezifisch. Schließlich kennt man aktuell mehr als 500.000 verschiedene Algenarten, wovon nur ein sehr geringer Bruchteil dem Menschen tatsächlich gesundheitliche Vorteile bringt. Essbare Algen lediglich als „Algen“ zu bezeichnen, wäre, als würde man Äpfel und Birnen als „Pflanzen“ in einen Topf werfen. Zu den Pflanzen gehören Algen übrigens ausdrücklich nicht.

Die wichtigste Unterscheidung bei Algen ist die Unterteilung in Mikro- und Makroalgen. Während Mikroalgen mit dem menschlichen Auge kaum wahrnehmbar sind, sind Makroalgen die Art von Algen, die man „kennt“. Sie können bis zu 60 Meter lang werden und treten in allen Formen und Variationen auf. Mikroalgen lassen sich stattdessen am besten mit Krill vergleichen.

Makroalgen als Salat-Ersatz

Während frische Algen lediglich in Asien serviert werden, greift man in Deutschland hauptsächlich zu getrockneten Makroalgen zurück. Dieser Umstand ist darauf zurückzuführen, dass Algen in Asien eine lange Tradition genießen. Sie werden seit langer Zeit speziell für den Verzehr gezüchtet. Aus diesem Grund kennt man sich mit der Zucht, der Lagerung und der Zubereitung sehr gut aus. Bekannte Arten sind dabei Kombu, Dulse, Wakame und Nori.

Essbare Algen liefern uns Menschen eine Menge Vorteile: Sie beinhalten Omega-3-Fettsäuren, Proteine, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Noch dazu sind sie äußerst kalorienarm. Bei Veganern und Vegetariern sind Algen vor allem aufgrund ihres hohen Gehalts an Vitamin B12 beliebt. Aufgrund der ungesicherten Faktenlage sollten sich Veganer allerdings nicht alleine auf das Vitamin B12 aus Algen verlassen.

Einen Nachteil haben Algen jedoch: Durch die Aufzucht im Meer ist es so gut wie unmöglich den genauen Nährstoffgehalt der Algen zu bestimmen. Man weiß lediglich, welche Inhaltsstoffe in welchen Konzentrationen vorhanden sind.

Des Weiteren hat man festgestellt, dass Algen im Meer bestimmte Schwermetalle ungefiltert aufnehmen. So konnte man in Algen beispielsweise Quecksilber, Blei, Cadmium und Arsen nachweisen. Das kann insbesondere dann gefährlich werden, wenn Algen massenweise verzehrt werden. Mit der Zeit lagern sich so große Mengen an Schwermetallen im Körperinneren ab.

Algen enthalten zudem tendenziell große Mengen an Jod. Verbraucherschützer empfehlen deshalb nur solche Algen zu sich zu nehmen, deren Jodgehalt auf der Packung ausdrücklich gekennzeichnet ist. Empfehlenswert sind dabei vor allem Algen, die in Europa gezüchtet wurden.

Mikroalgen als Nahrungsergänzungsmittel

Während frische Algen in Deutschland kaum zur Verfügung stehen, lassen sich Mikroalgen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln problemlos transportieren und lagern. Mikroalgen werden dabei ganz einfach getrocknet und in Kapseln gesteckt. Die Arten, die dabei verwendet werden, sind hauptsächlich Chlorella und Spirulina. Algen als Nahrungsergänzungsmittel sind vor allem für ihre Omega-3-Fettsäuren bekannt und vor allem bei Sportlern beliebt.

Bei der Zucht in entsprechenden Becken kann es allerdings schnell passieren, dass sich auch andere Algenarten und Bakterienstämme ansiedeln. Somit kann es sein, dass Nahrungsergänzungsmittel von außerhalb von Europa kontaminiert sind. Auch hier sprechen Verbraucherschützer wieder eine Empfehlung aus: Auf Mikroalgen, die nicht in Europa gezüchtet wurden, sollte man wenn möglich verzichten, da man nie wissen kann, welche Inhaltsstoffe enthalten sind.

Anbau in Deutschland

Aktuell existieren in Deutschland zwei Zuchtstationen für Algen. Die erste befindet sich auf der Insel Sylt und wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Hier werden Rot- und Braunalgen der Arten Palmaria und Laminaria angebaut. Die Zucht dient unseres Wissens nach hauptsächlich zu Versuchszwecken.

In der Stadt Klötze existiert außerdem seit dem Jahr 1999 eine Zuchtstation für Mikroalgen. In einem 500 kilometerlangen Glasröhrensystem wird dort die Art Chlorella vulgaris angebaut. Man ließ sich das Glasröhrensystem extra patentieren.

Algen sind ein vielversprechendes Forschungsgebiet

Wie Sie sehen können, bieten Algen zahlreiche Vor-, aber auch einige Nachteile. Die Inhaltsstoffe sind äußerst hochwertig, wobei man darauf achten sollte, woher die Algen stammen. Wenn diese unter den falschen Bedingungen gezüchtet werden, kann sich der gesundheitliche Vorteil ganz schnell wieder umkehren – insbesondere auf Schwermetalle und Jod sollte man achtgeben.

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