Fertig abgepackter Salat: Vorsicht vor möglicher Keimbelastung

Abgepackter Salat: Vorsicht vor möglicher Keimbelastung

Was früher undenkbar war, ist in der heutigen Zeit Standard: Fast jede Supermarktkette verfügt mittlerweile am Eingang über ein Kühlregal, in dem fertig abgepackte Salate stehen. Teilweise steht das passende Dressing sogar direkt daneben, sodass sich der Kunde nur bedienen muss. Sprich: Moderne Supermärkte bieten gesunde Ernährung mit einem Griff.

Solche Angebote sind insbesondere für Menschen nützlich, die in der Mittagspause nicht viel Zeit haben: Der fertig abgepackte Salat ist zwar etwas teurer, dafür ist er bereits fertig gemischt, geschnitten und gewaschen. Man muss lediglich die Packung öffnen und kann den Salat sofort genießen.

Englische Wissenschaftler schlagen nun jedoch Alarm: Sie haben fertig abgepackte Salate unter die Lupe genommen und sind zu dem Entschluss gekommen, dass solche Zwischenmahlzeiten zu einem Gesundheitsrisiko werden können. Warum das so ist und mit welchen Risiken Sie dabei rechnen müssen, erfahren Sie im folgenden Artikel. 

Abgepackter Salat birgt ein Salmonellen-Risiko

Die zugehörige Studie wurde an der Universität Leicester vom Team rund um die Mikrobiologin Primrose Freestone durchgeführt. Veröffentlicht wurde sie in einem renommierten Fachjournal US-amerikanischer Mikrobiologen, weshalb die Ergebnisse aktuell so große Wellen in den Medien schlagen.

Die Studie hat gezeigt, dass insbesondere die Schnittflächen am Salat ein Risiko darstellen können. Aus den Schnittflächen tritt ein spezieller Pflanzensaft aus, der für Bakterien äußerst attraktiv zu sein scheint – insbesondere für Salmonellen (wissenschaftlicher Name: Salmonella). Wer sich mit Salmonellen infiziert, dem drohen verschiedene unangenehme Magen-Darm-Erkrankungen (zum Beispiel Diarrhoe).

Das Problem mit solchen Salaten ist die Zubereitungsart: Wenn Gerichte gekocht werden, sterben eventuell vorhandene Bakterien durch die Hitze ab. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine Temperatur von ungefähr 75 Grad Celsius. Danach werden die Lebensmittel luftdicht verschlossen und sind somit vor weiterem Bakterienbefall geschützt. Salate werden allerdings ohne Hitze zusammengestellt, verpackt und kommen danach ins Kühlregal – vorhandene Bakterien überleben. Was danach geschieht, ist allerdings noch weitaus fataler.

Verpackung bietet hervorragenden Nährboden

Bakterien überleben nicht nur den Herstellungsprozess des Salates, sie können sich auch hervorragend im feuchten Milieu des Pflanzensafts vermehren. Aus diesem Grund entstehen innerhalb der Verpackung im Handumdrehen ganze Bakterienkolonien. Laut der englischen Studie verwandeln sich 100 Bakterien innerhalb von fünf Tagen in 100.000 Bakterien.

Ergebnisse der Studie sind eigentlich nicht neu

Grundsätzlich liefert die Studie aus England keine neuen Erkenntnisse, allerdings ruft sie die Realität des Gesundheitsrisikos wieder zurück in die Köpfe der Konsumenten. Bereits im Jahr 2013 hat Stiftung Warentest bemängelt, dass sich Keime in fertig abgepacktem Salat bilden können.

Solche Studien schlagen in den Medien zwar für ein bis zwei Wochen große Wellen, allerdings werden die Ergebnisse danach wieder vergessen. Der durchschnittliche Konsument ist eben sehr vergesslich. An die Studie aus England wird sich in zwei Wochen vermutlich wieder niemand mehr erinnern können – bis zum nächsten Medienrummel.

Sollte man fertig abgepackte Salate zukünftig meiden?

Leider weiß man bei solchen Salaten nie, wie lange sie bereits im Kühlregal liegen und ob die Kühlkette bereits einmal durchbrochen wurde. Daran ändert auch die Angabe des Herstellungsdatums nichts. Passionierte Salatesser entwickeln jedoch im Laufe der Zeit ein Auge dafür, ob ein Salat noch frisch ist oder nicht. Zu erkennen ist dies beispielsweise an schmalen, braunen Rändern beim Eisbergsalat und an der allgemeinen Konsistenz.

Stiftung Warentest empfiehlt außerdem, auch fertig abgepackten Salat vor dem Verzehr gründlich zu wachen. Sollten sich bereits Bakterien gebildet haben, lässt sich auf diese Weise zumindest Schadensbegrenzung betreiben. Ein echter Biofilm aus Bakterien lässt sich so allerdings nicht wegwaschen.

Frisch nach dem Kauf sollte man ebenfalls die Kühlkette aufrechterhalten, wenn man den Salat nicht sofort verzehren möchte. Das Gemüsefach im Kühlschrank ist zu diesem Zweck der ideale Aufbewahrungsort.

Außerdem sollte man vor dem Verzehr immer den Geruch des Salates prüfen. Riecht er frisch und nach knackigem Salat? Dann wird vermutlich alles in Ordnung sein. Riecht er bereits muffig, sollte man ihn lieber entsorgen.

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